Sport- und Fitnesskaufleute: Ein kleiner Steckbrief

Sport- und Fitnesskaufmänner (und Frauen) sind die Verwaltungsmitarbeiter großer Sportstätten. Ihre Aufgabe lautet im Prinzip: Ihren Betrieb profitabel arbeiten zu lassen. Dieser Text soll einen kleinen Einblick in den Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns gewähren.

Die Ausbildung

Seit 2001 machen Sport- und Fitnesskaufleute eine staatliche anerkannte Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie funktioniert im dualen System: Dies bedeutet, ein Teil der Ausbildung findet im Betrieb, der andere Teil in der Berufsschule statt. Im ersten Jahr verdienen Auszubildene 687 Euro im Monat, im zweiten Jahr 736 Euro und im letzten Ausbildungsjahr 781 Euro.

Die Ausbildung verlangt keinen gesonderten Schulabschluss. In den letzten Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass der größte Teil der neuen Auszubildenen die mittlere Reife (den Realschul-Abschluss) besitzt. Es folgen Abiturienten, dann Hauptschul-Abgänger. In der Ausbildung wird verstärkt Augenmerk auf mathematische Kenntnisse gelegt, da Kostenkontrolle zu den zentralen Tätigkeitsfeldern im späteren Beruf gehört.

Tätigkeitsfelder von Sport- und Fitnesskaufleuten

Sport- und Fitnesskaufleute übernehmen Verwaltungs- und Organisationsaufgaben in Sportstätten. Dies bedeutet, sie überwachen die Kostenentwicklung, entwickeln Konzepte für Sport- und Dienstleistungsangebote, beraten Kunden in Fragen von Gesundheit und Ernährung, planen Marketing-Kampagnen und wirken im Controlling und in der Personalwirtschaft mit.

Neben den bereits erwähnten mathematischen Kenntnissen verlangt der Beruf weitere zentrale Kompetenzen: Da Schriftverkehr das „tägliche Brot“ eines Sport- und Fitnesskaufmanns ist, muss dieser über eine tadellose Rechtschreibung verfügen. Wichtig sind auch vertiefte Kenntnisse aus den Bereichen Wirtschaft und Recht. Eine große Service- und Kundenorientierung wird ebenso verlangt. Wie in allen Dienstleistungsberufen, ist Kritikfähigkeit unverzichtbar. Ein Sport- und Fitnesskaufmann sollte durch sein eigenes Aussehen ein Vorbild für die Kunden sein. Wer im Sport arbeitet, muss dies auch repräsentieren.

Arbeitsorte für Sport- und Fitnesskaufleute

Durch den Sportboom seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sind Sportstätten in aller Form wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sport- und Fitnesskaufleute haben breite Arbeitsmöglichkeiten. Ihre Dienste sind in Sportverbänden, Sportvereinen, Sportschulen, bei Sportveranstaltern (neudeutsch häufig auch Sportpromoter) ebenso gefragt wie in Schwimmbädern, Kletterhallen, Fußballstadien, Golfanlagen, Fitnessstudios oder Wellness- und Gesundheitszentren.

Zwar sind die Arbeitsanforderungen in allen Sportstätten in der Regel ähnlich, aber es macht doch einen beträchtlichen Unterschied, ob man beispielsweise auf einem Golfplatz oder in einem Schwimmbad arbeitet. Interessenten an dem Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns sollten diesen Umstand bereits vor Ausbildungsbeginn im Auge behalten. Viele Arbeitgeber empfehlen kurze Prakika in unterschiedlichen Sportstätten, um auf diese Weise eine Vorstellung zu bekommen, welcher Arbeitsort gut oder weniger gut geeignet ist.